Bach schuf seine Johannespassion im Jahr 1724, kurz nach dem Antritt seiner Stellung als Thomaskantor in Leipzig. Sie war Bachs erstes Großwerk und lag ihm besonders am Herzen: mehrfach in seinem Leben überarbeite er sie, zuletzt 1749, kurz vor seinem Tod. Die Passion ist ein überaus dramatisches Werk, voller großartiger Arien und Szenen. Chorisch ist sie mit ihren raschen und harmonisch komplexen Choreinwürfen deutlich anspruchsvoller als die ausladende und lyrische Matthäuspassion. Bach macht den Chor, der mal die römischen Soldaten, das jüdische Volk und die Hohepriester verkörpert, mal als Gemeinde der Gläubigen in den großartigen Chorälen und Rahmenchören das Geschehen kommentiert, zum eigentlichen Hauptdarsteller seines Werks.

Mitschnitt der Aufführung (vierte Fassung 1749) am 17. März 2002 in der Stadtkirche Darmstadt

Ausführende: Vilma Pigagaite (Sopran), Susanne Reinhard (Alt), Andreas Wagner (Tenor), Hans Christoph Begemann (Christusworte), Werner Volker Meyer (Bass); Deutsche Bachsolisten, Darmstädter Kantorei; Leitung: Berthold Engel

Aufnahme: MBM Mielke Bergfeld Musikproduktion KG

J.S. Bach:
10,00 €